[ klassenermahnung ]


Immer wieder kommt es im Unterricht zu Störungen. Dies ist normal, denn schließlich kommen unterschiedlichste Menschen zusammen, die nicht alle die gleichen Interessen haben. Der Lehrer hat dennoch die Verantwortung für die Leitung des Unterrichts und muss angemessen auf Störungen reagieren. Angemessen bedeutet, dass er bei häufigen Störungen auch über seinen Unterricht nachdenken muss. Ich habe immer wieder festgestellt, dass meine Schüler dann besonders häufig stören, wenn mein Unterricht nicht gut ist. Diese Störungen konnte ich dann nutzen, um über meinen Unterricht nachzudenken und ihn - oft in Rücksprache mit meinen Schülern - zu verbessern.
Eine Möglichkeit ausgehandelte Regeln für den Unterricht für die Schüler verbindlich zu machen, ist die Klassenermahnung.

Umsetzung im Unterricht:
Zu Beginn der Stunde schreibt der Lehrer "Klassenermahnung:" an die Tafel. Bei der ersten Störung (oder bei einer entsprechenden Wartezeit auf eine Situation in der der Unterricht beginnen kann) macht der Lehrer den ersten Strich der Klassener-mahnung, dies ist eine "gelbe Karte" an die ganze Klasse. Bei der zweiten Störung erfolgt der zweite Strich, die zweite "gelbe Karte".
Bei weiteren Störungen wird zum den dritten, vierten, … Strich der Name des Stö-renden geschrieben, dies sind "rote Karten". Der namentlich erwähnte Schüler muss folgende Strafarbeit erstellen:
Er muss einen Text von insgesamt (Klasse 5: 50, Klasse 6:100, Klasse 7:150, Klasse 8: 200, Klasse 9: 250) Worten erstellen, der mit den Worten "Ich habe am … in der Stunde von … gestört und muss daher diesen Text schreiben." Der Text muss von einem Elternteil unterschrieben werden und unaufgefordert in der nächsten Stunde abgegeben werden.
Erfolgt die Abgabe nicht, so wird die Zahl der zu schreibenden Worte um 200 erhöht. Liegt der Text auch nach der zweiten Erhöhung (also bei 600 Worten) nicht vor, er-hält der Schüler eine schriftliche Mißbilligung.

Wie immer ist es wichtig, dass der Lehrer dieses Verfahren sehr konsequent umsetzt.

Mögliche Schwierigkeiten:
Wie bei allen Arten der Disziplinierung muss der Lehrer auf die Verhältnismäßigkeit achten. Hatte der Schüler eine Alternative zur Störung? Waren die Regeln des Unterrichts für alle Schüler klar?
Wenn es im Unterricht oft zu "roten" Karten kommt, muss der Lehrer etwas grundsätzliches ändern. Meist ist ein klärendes Gespräch mit der Klasse notwendig. Ursachen können innerhalb des Unterrichts aber auch in der Klassenstruktur oder Situationen außerhalb des Unterrichts liegen. Diese Problemsituationen sind dann so übermächtig, dass die Regeln des Unterrichts für den einzelnen Schüler nicht mehr im Vordergrund stehen.
Wird das System der Klassenermahnung nicht konsequent angewendet, wirkt der Lehrer nicht überzeugend und sein Verhalten ist für die Schüler nicht vorhersehbar. Dies erschwert den Unterricht und sollte unbedingt vermieden werden. Wenn das System ausgesetzt oder nicht mehr weiter geführt wird - hierfür gibt es wie oben beschrieben gute Gründe - so muss dies den Schülern klar gesagt und begründet werden.


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